Schnelle Wettfahrten und Gewittersturm bei der Seemeisterschaft

Bild: Josef Schwarz

Nach einer längeren Hitzeperiode waren für das letzte Maiwochenende, dem Termin für die diesjährige Seemeisterschaft, ein frischer Wind und starke Gewitter angekündigt. 24 angemeldete Boote sorgten für ein imposantes Starterfeld bei der ersten Regatta der Saison. Neben vielen Vereinsmitgliedern hatten auch eine 505er-Besatzung der Regensburger Segelgemeinschaft am Brückelsee (RSB), eine First 21-Crew von der Segelschule und drei Segler vom Traunsee mit einer h26 gemeldet. Und auch die Jugend des SYC war erfreulicherweise wieder stark vertreten.

Bei strahlendem Sonnenschein begrüßten Josef Schwarz und Sportvorstand Herbert Höcherl am frühen Nachmittag die Teilnehmer. Wettfahrtleiter Daniel Biendl und sein Team hatten einen Up-and-Down-Kurs in Ost-West-Richtung betonnt. Pünktlich setzte auch der vorhergesagte Wind ein und nahm schnell an Intensität zu. Für unseren See nicht ungewöhnlich waren dabei so manche Winddreher, verbunden mit wirklich heftigen Böen, zu meistern. Natürlich hatten vor allem die ILCAs und kleineren Schiffe zu kämpfen, aber auch  Dickschiffbesatzungen hatten es nicht einfach. Zwei Wettfahrten sollten es an diesem Nachmittag werden. An der Spitze des Feldes zeichnete sich der erwartete Wettstreit zwischen mehreren Dyas und der h26 des amtierenden Seemeisters Josef Schwarz ab. Er sollte letztlich die erste „Runde“ für sich entscheiden, während in der folgenden Wettfahrt die Dyas mit Horst Rudorfer am Ruder die „Nase vorn hatte“.

Die Vorhersagemodelle waren sich alle selten einig gewesen und so war es nicht verwunderlich, dass am Nachmittag die angekündigten dunklen Wolken am westlichen Himmel auftauchten. Die Wettfahrtleitung traf die einzig richtige Entscheidung und beendete den Wettfahrttag. Und das keine Minute zu früh; alle erreichten noch den sicheren Hafen bevor Regen und Sturm mit für unseren See ungewöhnlicher Heftigkeit einsetzten. Die flächendeckend weißen Wellenkämme und die gewaltigen Böen waren beindruckend und die Schiffe an den Stegen stampften wild. Abdeckplanen wurden teilweise beschädigt und auch einige Festmacherleinen – wohl doch zu sparsam gewählt – waren der Belastung nicht mehr gewachsen. Ein Baum am Uferweg bei Steg 3 wurde entwurzelt und auch sonst flogen Äste durch die Gegend. Nennenswerte Schäden waren hier nicht zu verzeichnen. Anders leider bei den Wettfahrten, wo mehrere Teilnehmer wegen Havarien aufgeben mussten.  Nur kurze Zeit später herrschte wieder Badewetter  und der Tag konnte entspannt und gesellig zu Ende gehen. Unser Neumitglied Gregor Miodonsky hatte ein Fass Bier dazu spendiert. Spendabel hatten sich auch unsere Segelfreunde aus Österreich gezeigt. Jeder Teilnehmer erhielt bei der Meldung eine Packung Waffeln eines bekannten österreichischen Herstellers. Danke!

Auch für Sonntag nachmittags war wieder Sturm angesagt. Der versuchte Start wurde daher konsequenterweise kurzerhand abgeblasen, als sich wieder dunkle Wolken zusammenbrauten. Das Szenario war dann auch identisch – alle hatten den sicheren Hafen erreicht, als sich die Situation vom Vortag wiederholte und der See „kochte“.

Spannend war die Ermittlung des Seemeisters. Punktgleich lagen Horst Rudorfer mit Florian Schulz auf der Dyas und Josef und Regina Schwarz an der Spitze. Die Regeln besagen in diesem Fall, dass die bessere letzte Wettfahrt entscheidet und da hatte die Dyas gewonnen. Neuer Seemeister sind somit Horst Rudorfer/Florian Schulz vor Josef und Regina Schwarz. Den dritten Platz sicherte sich Mona Schamberger mit der ILCA. Die komplette Ergebnisliste ist unter „Regatta“ zu finden.

Es war eine spektakuläre Veranstaltung und das nicht nur wegen des Wetters. Besonders schön war auch die Beteiligung der eingangs erwähnten Gäste aus nah und fern. Wir freuen uns auf weitere Besuche! Gelegenheit dazu bietet schon bald die erste „Spaß- und Kaffeeregatta“ der Saison am Sonntag, 14. Juni. Startbereitschaft ist ab 12:30 Uhr. Ein Meldegeld wird nicht erhoben, dafür gibt es traditionell Kaffee und Kuchen für alle Teilnehmer. Bitte meldet es euch rechtzeitig an – es erleichtert die Planung wirklich ungemein!

ms

 

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