J 70 bei der Kieler Woche 2018

Neben dem allgemein bekannten Seglerfest, erwartete uns dieses Jahr vor allem die im Rahmen der Kieler Woche ausgetragene Qualifikation zum Pokalfinale der Deutschen Segelbundesliga (die Top12 der nicht Bundesligisten müssen erreicht werden), wo der Aufstieg in die 2. Bundesliga ausgesegelt wird. Für uns vom Steinberger Yacht-Club im dritten Jahr unserer Bundesliga Kampagne eine hochspannende Angelegenheit.

Früh angereist erreichten wir am Mittwochmittag den Segelcampus in Kiel Schilksee, wo wir Vermessung und Ausrüstungs-Check ohne die Hektik eines drohenden Starts (der war angesetzt für Donnerstag 14 Uhr) hinter uns bringen wollten. Nichts da, keinerlei Materialüberprüfung war angesagt und so gingen wir nach gemütlichem Kranen im Sonnenschein und ein paar Testschlägen dann direkt zur „Fressmeile“ der KiWo über und checkten die Bratwurstqualität und die Biertemperatur (nebenbei; Bratwurst: 4-, Bier: 1A)

Donnerstag, erster Wettkampftag

Graues Nordwetter mit Starkwind war angesagt. Und so kam es auch!
Nachdem in unserer Klasse ein Limit von maximal 25kn festgelegt ist, waren wir erstaunt, dass es überhaupt auf die Bahn ging, da gut 30kn wehten und Böen bis 45 angesagt waren. Unseren Wettfahrtleiter störte das indes nicht und wir starteten in einen materialmordenden Segeltag. Sei es drum, wir kamen mit den Bedingungen gut zurecht und waren mit den Platzierungen 17 und 9 im Feld der 45 hoch zufrieden. Obendrein erlebten wir bei tatsächlich gemessenen Böen von 39kn (Windstärke 8) den Ritt unseres Lebens als wir unter Gennaker ins Ziel flogen. Mit einem dicken Grinsen im Gesicht gingen wir nach Hause, wenn uns auch das arg geschundene Material leidtat.

Freitag, zweiter Wettkampftag

Same Procedure – stürmischer Wind, diesmal aber Sonnenschein:
Alles wie gehabt, der Wettfahrtleiter scherte sich nicht ums Windlimit, es blies heftig, wir segelten. Im Unterschied zum Vortag ging es diesmal morgens los, so dass der Tag leider nicht nach 2 kräftezehrenden Wettfahrten beendet war, sondern 2 weitere folgten. Obendrein beließ es der Wettfahrtleiter nicht bei den 2 Runden Kurzwettfahrten, sondern streute auch ab und an mal eine dritte Runde ein. Der Tag kostete uns alle Kraft und unsere Tücher die Form. Aber Speed und Höhe passten, die Manöver klappten zumindest solange die Oberarme noch funktionierten und wir fuhren mit 18, 35 (hier gelang es dem Taktiker einen ersten Platz an der Luvtonne noch zu ruinieren), einem 12 und einem 15 Platz für unsere Verhältnisse prima Resultate ein. Anderen ging´s schlechter. Eine J80 lief auf Grund und wie man hörte und teilweise auch sah sind einige Gennaker geplatzt. Kiel ist eben hart – dachten wir uns gingen schlafen!

Samstag, dritter Wettkampftag

Moderater Wind – und ein bekehrter Wettfahrtleiter
Wir wissen nicht wie´s kam, doch ein reuiger Wettfahrtleiter machte die Runde im lädierten Teilnehmerfeld und befragte jammernde Teilnehmer nach ihrem Befinden. So kam´s wohl, dass an diesem Tag alle Klassen (inkl. Paralympische Hansa303, Skiffs und 420er) segelten, während die Kielboote den ganzen Tag bei mittleren (und abflauenden) Winden im Hafen lagen. Wir fanden´s mäßig und bereiteten den Deutschen Sieg gegen Schweden vor, was ja am Abend dann auch gelang! Unser Tag war gerettet! (Danke Toni Kroos)

Sonntag, Finaltag

Moderater Wind und Sahnesegeln
Nach dem Erholungstag ging es dann doch nochmal auf´s Wasser. Die neue, weiche Linie des Wettfahrtleiters blieb und so segelten wir bei 15-20kn nur noch 3 schöne und kurze Wettfahrten. Auch der etwas leichtere Wind schien uns zu liegen und weil unsere gegenüber den Cracks aus dem Norden zugegeben etwas geringeren Kräfte diesmal ausreichten, reichte es auch für uns noch etwas weiter nach vorne. Mit den Platzierungen 21, 6 und 6 sicherten wir uns den 11 Gesamtrang und einen der vordersten Plätze in der Qualifikationswertung zum Liga Pokal (genau wissen wir es nicht, weil nicht veröffentlicht wurde, wer sich alles für diese Wertung angemeldet hatte). Ziel mehr als erreicht und so ging es abermals grinsend auf die lange Heimreise!

Kiel — wir kommen wieder!

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